Ratgeber · IT-Sicherheit
Wenn ein Mitarbeiter geht: die IT-Checkliste
Das Onboarding ist meist gut geregelt – jemand kommt, bekommt Rechner, Konto und Zugänge. Der umgekehrte Weg wird selten so sorgfältig behandelt. Das Ergebnis sind Konten, die jahrelang weiterleben, und Zugänge, an die sich niemand erinnert.
Warum das regelmäßig schiefgeht
Bei einer Übernahme sehen wir fast immer dasselbe Bild: aktive Konten von Menschen, die seit Jahren nicht mehr im Haus sind. Manchmal mit gültigem Passwort, manchmal mit Fernzugriff, gelegentlich mit Verwaltungsrechten.
Der Grund ist selten Nachlässigkeit, sondern fehlende Zuständigkeit. Die Personalabteilung meldet das Ausscheiden, jemand deaktiviert das Windows-Konto – und niemand ist dafür verantwortlich, an die Zugänge zu denken, die außerhalb davon liegen: das Portal des Steuerberaters, der Zugang zum Warenwirtschaftssystem des Lieferanten, das Konto beim Telefonanbieter, der Schlüssel für die Fernwartung.
Dazu kommt eine Frage, die schnell unangenehm wird: Wem gehört das Postfach nach dem Ausscheiden? Eine dauerhafte Weiterleitung an den Nachfolger ist bequem und datenschutzrechtlich heikel, weil auch private Nachrichten mitlaufen. Die saubere Lösung ist ein Abwesenheitshinweis mit Verweis auf eine Sammeladresse – und das Postfach danach zu sperren, aber für die Aufbewahrungsfristen zu erhalten.
Werkzeug
Die Checkliste zum Abhaken
Gehen Sie die Punkte am letzten Arbeitstag durch. Ausdrucken, unterschreiben, zur Personalakte – dann ist im Zweifel belegt, was wann geschehen ist.
Ihre Eingaben bleiben in diesem Browserfenster. Es wird nichts gespeichert und nichts übertragen.
Vor dem letzten Arbeitstag
Was sich schlecht nachholen lässt, wenn die Person das Haus verlassen hat.
Konten und Zugänge
Deaktivieren statt löschen – Aufbewahrungsfristen und spätere Rückfragen.
E-Mail und Telefon
Hier liegt der häufigste datenschutzrechtliche Fehler.
Geräte und Schlüssel
Danach dokumentieren
Der Teil, der im Streitfall zählt.
Noch nichts abgehakt.
Drei Fälle, die anders laufen
Nicht jedes Ausscheiden ist einvernehmlich und angekündigt.
- Fristlose Trennung. Zugänge werden vor dem Gespräch gesperrt, nicht danach. Das klingt hart, ist aber die einzige Reihenfolge, die funktioniert – und schützt auch die ausscheidende Person vor dem Verdacht, etwas mitgenommen zu haben.
- Langzeiterkrankung oder Elternzeit. Kein Offboarding, aber dieselbe Frage nach Vertretung und Postfach. Zugänge bleiben bestehen, sollten aber auf Zwei-Faktor-Absicherung geprüft werden.
- Externe und Freiberufler. Werden regelmäßig vergessen, weil sie in keiner Personalliste stehen. Führen Sie eine eigene Übersicht über alle Zugänge, die nicht zu Beschäftigten gehören – einschließlich der Ihres IT-Dienstleisters.
Häufige Fragen
Was uns dazu oft gefragt wird
Dürfen wir das Postfach an den Nachfolger weiterleiten?
Sollen wir das Konto löschen oder deaktivieren?
Wie finden wir Zugänge, von denen wir nichts wissen?
Was ist mit dem Zugang unseres IT-Dienstleisters?
Dipl.-Ing. Mohamed Khater
Dipl.-Ing. Mohamed Khater hat die INFONET Computer GmbH 1992 in Köln gegründet. Diese Liste ist aus Übernahmen entstanden: Bei fast jeder neuen Betreuung finden wir aktive Konten von Menschen, die längst nicht mehr im Haus sind.
Weiterlesen
- IT-Sicherheit – Berechtigungen, Endpoint-Schutz und Notfallplan
- IT-Betreuung – Benutzer- und Geräteverwaltung im laufenden Betrieb
- NIS-2: Sind wir betroffen? – Wenn Zugriffsrechte zur Nachweispflicht werden
Kostenloser Sicherheits-Check
Wer hat bei Ihnen eigentlich Zugriff?
Wir sehen uns Konten, Berechtigungen und Fernzugänge an und sagen Ihnen, welche davon niemand mehr braucht. Erfahrungsgemäß ist das der Termin mit den meisten Überraschungen.
0221 984300-0Zentrale und Support-Hotline
[email protected]Antwort innerhalb von 4 Stunden an Werktagen
Robert-Perthel-Straße 7250739 Köln – Bilderstöckchen
Mo–Fr 09:00–18:00 UhrNotfallsupport nach Vereinbarung auch außerhalb