Ratgeber · Windows

Windows startet nicht mehr: die Schritte in der richtigen Reihenfolge

Vom Bildschirm ohne Signal bis zur Reparatur der Startdateien: die Prüfschritte in der Reihenfolge, die am wenigsten kaputt macht.

Von Dipl.-Ing. Mohamed Khater, Gründer und Geschäftsführer, seit 1992 · · 8 Minuten Lesezeit

Zuerst die Daten, dann die Reparatur

Die wichtigste Regel steht am Anfang, weil sie am häufigsten missachtet wird: Solange nicht klar ist, ob die Daten gesichert sind, wird nichts repariert. Jede Startreparatur, jede Zurücksetzung und erst recht eine Neuinstallation kann die Lage endgültig machen.

Wenn die letzte geprüfte Sicherung älter als ein Tag ist, gehört die Festplatte ausgebaut oder der Rechner von einem Wechseldatenträger gestartet, um die Daten zuerst wegzukopieren. Das kostet eine halbe Stunde. Eine fehlgeschlagene Reparatur ohne Sicherung kostet Tage.

Das gilt besonders bei Geräten, die ungewöhnliche Geräusche machen oder bei denen der Zugriff auffällig langsam geworden ist. In beiden Fällen ist jeder weitere Startversuch ein Risiko.

Erste Einordnung

Was der Bildschirm verrät

Vier typische Bilder, vier völlig verschiedene Ursachen. Die Einordnung spart die halbe Suche.

Gar nichts – kein Signal, keine Anzeige

Der Rechner kommt nicht bis Windows. Ursache liegt bei Strom, Netzteil, Arbeitsspeicher oder Grafikausgabe. Windows ist hier gar nicht beteiligt.

  • Anderes Kabel, anderer Anschluss
  • Arbeitsspeicher neu einsetzen
  • Auf Signaltöne beim Start achten

Herstellerlogo, dann Neustart – in Schleife

Windows beginnt zu starten und bricht ab. Meist beschädigte Startdateien, ein fehlerhafter Treiber oder ein misslungenes Update.

  • Nach zwei Fehlversuchen erscheint die Wiederherstellung
  • Zuletzt geändert: Update oder neue Hardware?

Blauer Bildschirm mit Fehlercode

Der Code ist die wichtigste Information. Notieren oder abfotografieren – er unterscheidet Treiberproblem, Speicherfehler und Datenträgerschaden.

  • Code vollständig notieren
  • Bei INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE: Datenträger prüfen

Schwarzer Bildschirm mit Textmeldung

Meldungen wie „No bootable device“ oder „Operating system not found“ heißen: Der Rechner findet die Systemfestplatte nicht.

  • Startreihenfolge im BIOS prüfen
  • Wird der Datenträger dort überhaupt erkannt?

Vorgehen

Die Reihenfolge, die am wenigsten kaputt macht

Von harmlos nach eingreifend. Nach jedem Schritt einen Startversuch – nicht mehrere Maßnahmen gleichzeitig, sonst weiß hinterher niemand, was geholfen hat.

  1. Alles Fremde abziehen

    USB-Sticks, externe Festplatten, Kartenleser, Dockingstationen. Ein angeschlossener Stick in der Startreihenfolge ist eine der häufigsten und harmlosesten Ursachen.

  2. Vollständig stromlos machen

    Herunterfahren genügt nicht, weil der Schnellstart den Zustand konserviert. Netzteil ziehen, bei Notebooks zusätzlich den Akku entfernen oder zwanzig Sekunden den Einschalter halten.

  3. Abgesicherten Modus versuchen

    Nach zwei abgebrochenen Startversuchen erscheint die Wiederherstellungsumgebung von selbst. Startet Windows dort, liegt es an einem Treiber oder einem Programm, nicht am System selbst.

  4. Zuletzt geändertes rückgängig machen

    Neues Update, neuer Treiber, neue Hardware? In der Wiederherstellung lässt sich ein Qualitätsupdate deinstallieren oder ein Wiederherstellungspunkt einspielen. Das ist der Schritt mit der höchsten Erfolgsquote.

  5. Startreparatur laufen lassen

    Sie behebt beschädigte Startdateien und einen defekten Startdatensatz. Läuft sie zweimal ohne Ergebnis durch, hilft ein dritter Versuch auch nicht – dann zum nächsten Schritt.

  6. System- und Datenträgerprüfung

    Über die Eingabeaufforderung der Wiederherstellung lassen sich Systemdateien und Dateisystem prüfen. Wichtig: der Laufwerksbuchstabe ist dort oft ein anderer als im laufenden Betrieb.

  7. Erst jetzt: zurücksetzen oder neu aufsetzen

    Das ist der Punkt, ab dem Daten verloren gehen können. Vorher noch einmal prüfen, ob die Sicherung wirklich vollständig und lesbar ist.

Woran man erkennt, dass es die Hardware ist

Fünf Anzeichen, bei denen weiteres Herumprobieren an der Software Zeitverschwendung ist – und das Risiko erhöht.

  • Der Datenträger taucht im BIOS nicht auf. Dann kann auch keine Reparatur ihn finden.
  • Klackernde oder schleifende Geräusche. Sofort ausschalten. Jeder weitere Startversuch kann die Datenrettung teurer machen oder unmöglich.
  • Der Fehler wandert. Mal Blaubild, mal Neustart, mal kommt er durch: das spricht für Arbeitsspeicher oder Netzteil, nicht für Windows.
  • Es passiert auch außerhalb von Windows. Wenn schon der Start von einem USB-Stick abbricht, liegt es nicht am installierten System.
  • Der Rechner wird sehr heiß oder schaltet sich ab. Lüfter, Kühlkörper und Staub prüfen, bevor irgendetwas installiert wird.

Häufige Fragen

Was uns dazu oft gefragt wird

Kann ich einfach zurücksetzen und die Daten behalten?
Die Option „Eigene Dateien behalten“ funktioniert oft, aber nicht immer – und sie behält nur Dateien in den Benutzerordnern. Programme, Einstellungen, Lizenzen und alles, was außerhalb liegt, sind weg. Sichern Sie vorher, auch wenn die Option verlockend klingt.
Wie komme ich an die Daten, wenn Windows gar nicht mehr startet?
Zwei Wege: den Rechner von einem Wechseldatenträger mit einem Livesystem starten und die Daten wegkopieren, oder den Datenträger ausbauen und an einem anderen Rechner auslesen. Bei verschlüsselten Datenträgern brauchen Sie dafür den Wiederherstellungsschlüssel – der sollte außerhalb des Geräts liegen.
Lohnt sich die Reparatur eines sieben Jahre alten Rechners?
Selten. Rechnen Sie die Arbeitszeit gegen ein neues Gerät. Was sich immer lohnt, ist die Datenrettung – die Daten sind der Wert, nicht das Blech.
Wann sollten wir aufhören und anrufen?
Spätestens dann, wenn die Daten nicht gesichert sind und der nächste Schritt sie gefährden würde. Und immer sofort, wenn der Datenträger Geräusche macht. Bei betreuten Kunden übernehmen wir das per Fernwartung, sofern der Rechner noch startet – sonst vor Ort.

Dipl.-Ing. Mohamed Khater

Dipl.-Ing. Mohamed Khater hat die INFONET Computer GmbH 1992 in Köln gegründet. Diese Reihenfolge ist aus einigen tausend Störungsfällen entstanden – und aus den Fällen, in denen jemand zuerst repariert und dann an die Sicherung gedacht hat.

Weiterlesen

Wenn es eilig ist

Rufen Sie an, bevor Sie neu installieren.

Ein Anruf kostet nichts und kann den Unterschied zwischen einer Stunde Arbeit und einem verlorenen Datenbestand ausmachen. 0221 984300-0.

0221 984300-0Zentrale und Support-Hotline

[email protected]Antwort innerhalb von 4 Stunden an Werktagen

Robert-Perthel-Straße 7250739 Köln – Bilderstöckchen

Mo–Fr 09:00–18:00 UhrNotfallsupport nach Vereinbarung auch außerhalb