Fallstudie · Cloud-Migration

Eine komplette Server-Infrastruktur in die Cloud – in Schritten

Ein mittelständisches Unternehmen mit rund 100 Arbeitsplätzen betrieb seine gesamte geschäftskritische IT im eigenen Serverraum. INFONET hat die Umgebung nicht einfach umgezogen, sondern neu aufgeteilt: geeignete Dienste in Microsoft 365, der Rest auf Server im Rechenzentrum.

100 Benutzer 150 Postfächer 1,2 TB E-Mail-Daten 2 TB Unternehmensdaten

Umfang

Was bewegt werden musste

100
Benutzer im Active Directory
150
Exchange-Postfächer
1,2 TB
E-Mail-Daten
2 TB
Unternehmensdaten

Ausgangslage

Ein Serverraum, an dem alles hing

E-Mail, Benutzerverwaltung, Unternehmensdaten, Buchhaltung, Terminalserver und Telefonanlage waren von der lokalen Server-Infrastruktur abhängig. Die Umgebung war über viele Jahre gewachsen und bestand aus mehreren spezialisierten Systemen: Fileserver mit rund 2 TB, Exchange Server mit rund 150 Postfächern und 1,2 TB Daten, Active Directory für rund 100 Benutzer, Terminalserver, Buchhaltungsserver, Telefonanlagenserver, Proxyserver – dazu eine Backup-Infrastruktur mit rund 64 TB Kapazität.

Der Wartungsaufwand stieg entsprechend: Hardware, Storage, Datensicherung, Exchange, Betriebssysteme und Fachanwendungen mussten regelmäßig gepflegt, aktualisiert und gesichert werden. Hinzu kamen die Risiken einer weitgehend lokalen Infrastruktur – ein Hardwaredefekt, ein Strom- oder Klimatisierungsproblem am Standort konnte mehrere zentrale Dienste gleichzeitig treffen.

Und die Anforderungen an Homeoffice und mobiles Arbeiten ließen sich mit dieser Architektur nur mit zusätzlichem Aufwand abbilden. Ziel war deshalb nicht der Austausch der vorhandenen Server, sondern eine grundlegende Modernisierung.

Der Ansatz

Nicht verschieben, sondern aufteilen

Der naheliegende Weg wäre gewesen, sämtliche Server unverändert in ein anderes Rechenzentrum zu stellen. Das hätte den Serverraum geleert und sonst wenig verändert – dieselben Systeme, dieselbe Pflege, nur an einem anderen Ort.

Stattdessen wurde jeder Dienst danach beurteilt, was er tatsächlich braucht. Kommunikation und Zusammenarbeit übernimmt Microsoft 365. Die verbleibenden geschäftskritischen Serversysteme, die weiterhin eine klassische Windows-Serverumgebung benötigen, laufen in einer von INFONET aufgebauten und betreuten Umgebung im Hetzner-Rechenzentrum.

Die Migration erfolgte schrittweise, damit der laufende Geschäftsbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wurde.

Vorher und nachher

Wo welcher Dienst heute läuft

Bisher im eigenen ServerraumHeuteWarum
Microsoft Exchange Server, 150 PostfächerExchange OnlineE-Mail ist standardisiert – ein eigener Exchange bringt keinen Vorteil mehr, nur Pflegeaufwand
Persönliche BenutzerverzeichnisseMicrosoft OneDriveVerfügbar auch außerhalb des Unternehmensnetzes, ohne VPN-Umweg
Fileserver, rund 2 TBNeu strukturiert, Cloud- bzw. ServerablageDie Daten wurden nach Verwendung sortiert, statt den gewachsenen Stand zu übernehmen
Active Directory, DNS, Domain ServicesRechenzentrumBraucht weiterhin eine klassische Windows-Serverumgebung
TerminalserverRechenzentrumZentrale Anwendungsbereitstellung bleibt der richtige Weg
BuchhaltungsserverRechenzentrumFachanwendung mit eigenen Anforderungen
TelefonanlagenserverRechenzentrumBleibt als Serverrolle bestehen
Backup-Infrastruktur, rund 64 TBNeu konzipiertDie 64 TB waren gewachsen, nicht geplant – siehe unten
Kritische Serverdienste sind nicht direkt und ungeschützt aus dem Internet erreichbar. Unternehmensstandort und Rechenzentrum sind über eine verschlüsselte Verbindung gekoppelt.

Der aufwendigste Teil

150 Postfächer und 1,2 TB nach Exchange Online

Eine Postfachmigration ist zu neun Zehnteln Vorbereitung. Zum Projekt gehörten:

  • Vorbereitung und Bereinigung der bestehenden Exchange-Umgebung
  • Migration der Postfächer in Etappen
  • Microsoft-365-Integration und Benutzerzuordnung
  • DNS-Umstellung mit MX und Autodiscover
  • SPF, DKIM und DMARC – ohne die landet Post im Spam
  • Outlook-Anbindung an den Arbeitsplätzen
  • Mobile Endgeräte neu eingerichtet
  • Multi-Faktor-Authentifizierung für die Anmeldung

Datensicherung

64 TB waren nicht das Ziel, sondern das Ergebnis von Jahren

Die bisherige Backup-Infrastruktur verfügte über rund 64 TB Speicherkapazität. Diese Menge unverändert in die Cloud zu übertragen, hätte laufende Kosten für eine Größe erzeugt, die niemand mehr begründen konnte.

Deshalb wurden produktive Daten, Aufbewahrungszeiten, Server-Backups und Cloud-Daten getrennt betrachtet. Das neue Konzept sichert die verbleibenden Serversysteme, hält die Sicherung vom Produktivsystem getrennt und überwacht die Backup-Prozesse regelmäßig.

Die Backup-Infrastruktur wurde damit wesentlich übersichtlicher – und passt zu den tatsächlichen Datenbeständen statt zu ihrer Geschichte.

Sicherheit

Was bei der Gelegenheit gleich mit modernisiert wurde

  • Verschlüsselte Standortanbindung an das Rechenzentrum
  • Neues Firewall-Regelwerk
  • Abgesicherte administrative Zugänge
  • Geschützte Terminalserver-Zugänge
  • Multi-Faktor-Authentifizierung
  • Microsoft-365-Sicherheitskonfiguration
  • Trennung von Produktiv- und Backup-Systemen
  • Patch- und Update-Konzept mit Monitoring

Ergebnis

Aus einem Serverraum wurde eine hybride Umgebung

Vorher: lokaler Exchange, Fileserver, Terminalserver, Buchhaltungsserver, Telefonserver, Proxyserver und ein umfangreicher Backupserver – alle im eigenen Haus. Heute: Microsoft 365 mit Exchange Online und OneDrive, Serversysteme im Rechenzentrum, ein neu geschnittenes Backup, eine gesicherte Standortanbindung.

Nach der Migration betreut INFONET die Umgebung weiter: Serverüberwachung, Microsoft-365-Administration, Benutzerverwaltung, Exchange Online, Backup-Kontrolle, Patchmanagement, Firewall und VPN, Terminalserver, Active Directory, Störungsbehebung und Unterstützung der Benutzer. Cloud-Dienste, Rechenzentrum und Betreuung kommen damit aus einer Hand.

  • Deutlich weniger eigene Serverhardware im Haus
  • Kein lokal betriebener Exchange Server mehr
  • Höhere Standortunabhängigkeit und besseres mobiles Arbeiten
  • Professioneller Rechenzentrumsbetrieb statt eigenem Serverraum
  • Verbesserte Backup-Strategie mit passender Größe
  • Reduzierter Wartungsaufwand bei besserer Skalierbarkeit

Projektdaten auf einen Blick
ca. 100 Benutzer · 150 Mailboxen · 1,2 TB E-Mail-Daten · 2 TB Unternehmensdaten · 64 TB bestehende Backup-Infrastruktur · Exchange-Online-Migration · OneDrive-Integration · Servermigration ins Rechenzentrum · Terminalserver · Buchhaltung · Telefonanlage · Backup · Firewall und VPN · laufender Managed Service

Häufige Fragen

Was Interessenten dazu meistens fragen

Wie lange steht der Betrieb bei so einer Migration still?

Im Idealfall gar nicht. Deshalb wird schrittweise migriert: erst Vorbereitung und Bereinigung, dann die Postfächer in Etappen, dann die Umstellung der DNS-Einträge. Größere Schnitte legen wir in Wartungsfenster – abends oder am Wochenende – und immer mit einem Rückfallplan für den Fall, dass etwas nicht wie erwartet läuft.

Muss wirklich alles in die Cloud?

Nein, und genau das ist der Punkt dieser Fallstudie. Für E-Mail und persönliche Dateien ist Microsoft 365 die klar bessere Wahl. Fachanwendungen mit hohen Latenzanforderungen, große Datenbanken oder CAD-Daten bleiben oft besser auf einem Server. Die meisten Mittelständler landen bei einer gemischten Lösung.

Warum ein Rechenzentrum und nicht ein Server im eigenen Haus?

Weil ein Serverraum Strom, Kühlung, Zutrittssicherung und Ersatzteile braucht – und weil eine Störung am Unternehmensstandort sonst mehrere zentrale Dienste gleichzeitig trifft. Wer diese Punkte im eigenen Haus sauber löst, kann auch dort bleiben; das ist eine Kostenfrage, keine Glaubensfrage.

Was passiert mit den bisherigen Lizenzen und der Hardware?

Das gehört in die Planung, nicht in die Nacharbeit. Wir nehmen vorher auf, was vorhanden ist, welche Lizenzen weiterlaufen, was ausläuft und welche Hardware sich noch anders nutzen lässt. Was tatsächlich übrig bleibt, hängt vom Einzelfall ab.

Hinweis zur Vertraulichkeit

Aus Gründen der Vertraulichkeit veröffentlichen wir Kundennamen und Ansprechpartner nur mit ausdrücklicher Zustimmung. Bei konkretem Interesse stellen wir nach Rücksprache mit dem Referenzkunden gerne einen persönlichen Kontakt her.

Kostenloses Erstgespräch

Steht bei Ihnen ein Serverwechsel an?

Der Zeitpunkt, an dem die alte Hardware ersetzt werden müsste, ist der richtige, um die Architektur zu überdenken. Wir nehmen Ihre Umgebung auf und zeigen, welche Dienste sinnvoll in die Cloud wandern – und welche besser nicht.

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