Fallstudie · Ausfallsicherheit
Hochverfügbare IT trotz Strom- und Netzausfällen
Ein Unternehmen mit mehreren verbundenen Standorten litt unter wiederkehrenden Stromausfällen und Störungen der Internetverbindung in der Umgebung. Betroffen war nicht ein einzelner Server, sondern die Verbindung zwischen den Standorten. Ein Backup allein hätte das nicht gelöst.
Ausgangslage
Nicht ein Fehler, sondern mehrere mögliche gleichzeitig
Der Kunde betreibt mehrere räumlich getrennte Standorte, die für den täglichen Geschäftsbetrieb zuverlässig miteinander kommunizieren müssen. Die vorhandene Infrastruktur war jedoch wiederholt von Störungen betroffen, die außerhalb des Unternehmens entstanden: Stromunterbrechungen, Ausfälle der Internetverbindung, Netzwerkstörungen in der Umgebung.
Fiel eine Stromversorgung, eine Leitung oder ein zentraler Server aus, konnte ein Standort zeitweise nicht mehr zuverlässig auf zentrale IT-Ressourcen zugreifen. Das eigentliche Problem war deshalb nicht ein defekter Server, sondern eine Kette von Abhängigkeiten, in der jedes Glied für sich genommen ausreichte, um den Betrieb zu stören.
Eine klassische Datensicherung allein hätte das nicht gelöst. Ein Backup schützt Daten – es sorgt aber nicht dafür, dass nach einem Strom-, Leitungs- oder Serverausfall unmittelbar weitergearbeitet werden kann.
Der Kern der Lösung
Für jedes Ausfallszenario eine eigene Antwort
Abgesichert wurde nicht gegen eine Fehlerursache, sondern gegen fünf – jede mit einer eigenen Maßnahme, die unabhängig von den anderen greift.
Vorgehen
Erst die Abhängigkeiten aufnehmen, dann gezielt doppeln
INFONET hat zunächst die kritischen Abhängigkeiten zwischen den Standorten analysiert: Welche Systeme muss welcher Standort erreichen können, damit dort gearbeitet werden kann? Erst danach wurde die Infrastruktur gezielt redundant aufgebaut – nicht überall, sondern dort, wo der Ausfall den Betrieb tatsächlich anhält.
Redundante Internetverbindungen. Zusätzliche Backup-Leitungen ermöglichen bei einer Störung der primären Verbindung einen alternativen Kommunikationsweg. Der Ausfall einer einzelnen Leitung führt damit nicht mehr zwangsläufig zur vollständigen Trennung eines Standortes.
USV an den kritischen Komponenten. Bei kurzen Stromunterbrechungen laufen Server, Netzwerktechnik und zentrale Systeme weiter. Dauert der Ausfall länger, fahren die Systeme kontrolliert herunter – das verhindert beschädigte Dateisysteme, abgebrochene Schreibvorgänge und Datenbankprobleme, also genau die Folgeschäden, die nach einem Stromausfall die eigentliche Arbeit machen.
Serversynchronisation über zwei Standorte. Geschäftskritische Serversysteme werden laufend zwischen zwei Standorten repliziert. Wichtige Systeme und Daten liegen damit nicht mehr ausschließlich an einem physischen Ort.
Standby-Server. Ein Backup muss erst wiederhergestellt werden. Ein vorbereitetes Standby-System ist bereits vorhanden und lässt sich im definierten Notfallkonzept wesentlich schneller in Betrieb nehmen. Abgesichert wurden damit nicht nur die Daten, sondern auch die Verfügbarkeit der Dienste.
Veeam Backup & Replication. Als weitere Ebene kam Veeam für Sicherung und Wiederherstellung der Serversysteme hinzu. Die Kombination aus Backup, Replikation, Standby-System und Standortredundanz schützt deutlich weiter als eine lokale Datensicherung.
Netzwerk und Firewall
Die Redundanz musste auch im Netzwerk ankommen
Zwei Leitungen nützen nichts, wenn die Umschaltung nicht durchdacht ist. Berücksichtigt wurden deshalb:
- Primäre und Backup-Internetleitung mit definierter Umschaltung
- Firewall-Regelwerk, das für beide Wege gilt
- Standortverbindungen und ihr Routing
- Failover, damit die Umschaltung nicht von Hand erfolgen muss
- Serverkommunikation zwischen den Standorten
- Monitoring der zentralen Komponenten
Nach der Umsetzung
Betreut wird die Umgebung weiterhin von INFONET
Ein Hochverfügbarkeitskonzept, das niemand kontrolliert, ist nach zwei Jahren ein Konzept auf dem Papier. Zur laufenden Betreuung gehören je nach System:
- Serverüberwachung
- Kontrolle der Backup-Jobs
- Kontrolle der Replikation
- Standby-Server
- Netzwerk und Internetleitungen
- Firewall
- USV-Systeme
- Fehleranalyse und Wiederherstellung im Störungsfall
- Updates und Wartung
Ergebnis
Aus einer störungsanfälligen Infrastruktur wurde eine standortredundante
Die Abhängigkeit von einzelnen Strom-, Netzwerk- und Serversystemen ist erheblich reduziert. Wo vorher eine einzelne Störung in der Umgebung einen Standort von den zentralen Systemen trennen konnte, greift heute an jeder dieser Stellen eine vorbereitete Ersatzlösung.
Entstanden ist damit ein mehrstufiges Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Konzept, das Stromversorgung, Internetanbindung, Serversysteme, Replikation und Datensicherung gemeinsam betrachtet – und nicht als vier getrennte Themen.
- Redundante Internetleitungen statt einer einzigen Verbindung je Standort
- USV-Absicherung gegen Stromausfälle und ihre Folgeschäden
- Serversynchronisation zwischen zwei Standorten
- Standby-Server an beiden Standorten
- Veeam Backup & Replication als eigene Wiederherstellungsebene
- Zentrale Überwachung und laufende Betreuung durch INFONET
Projektdaten auf einen Blick
Mehrere Standorte · redundante Internetleitungen · USV · Serversynchronisation · Standby-Server an zwei Standorten · Veeam Backup & Replication · Standortredundanz · Failover · Disaster Recovery · Business Continuity · laufende IT-Betreuung
Häufige Fragen
Was Interessenten dazu meistens fragen
Reicht ein Backup nicht aus?
Ein Backup schützt die Daten, nicht die Arbeitsfähigkeit. Nach einem Serverausfall muss es erst wiederhergestellt werden – je nach Datenmenge dauert das Stunden. Ein synchronisierter Standby-Server steht dagegen bereits. Beides zusammen ergibt erst ein belastbares Konzept: Replikation für die Verfügbarkeit, Backup für den Fall, dass Daten beschädigt oder verschlüsselt wurden.
Brauchen wir dafür zwingend zwei Standorte?
Für echte Standortredundanz ja – sonst trifft ein Brand, ein Wasserschaden oder ein längerer Stromausfall Produktiv- und Ersatzsystem gleichzeitig. Wer nur einen Standort hat, kann den zweiten Ort über ein Rechenzentrum abbilden. Wir prüfen im Einzelfall, was wirtschaftlich vertretbar ist.
Was kostet eine solche Absicherung?
Das hängt davon ab, wie viele Systeme wirklich hochverfügbar sein müssen. Genau das ist der erste Schritt: die Abhängigkeiten aufnehmen und unterscheiden, was den Betrieb sofort anhält und was einen halben Tag warten kann. Alles redundant auszulegen ist teuer und fast nie nötig. Eine belastbare Zahl nennen wir erst nach dieser Aufnahme.
Wie oft wird geprüft, ob die Absicherung noch funktioniert?
Backup-Jobs und Replikation werden laufend überwacht, die Kontrolle gehört zur Betreuung. Ohne diese Kontrolle ist ein Hochverfügbarkeitskonzept nach zwei Jahren nur noch eine Annahme.
Hinweis zur Vertraulichkeit
Aus Gründen der Vertraulichkeit veröffentlichen wir Kundennamen und Ansprechpartner nur mit ausdrücklicher Zustimmung. Bei konkretem Interesse stellen wir nach Rücksprache mit dem Referenzkunden gerne einen persönlichen Kontakt her.
Kostenloses Erstgespräch
Wie viele Ausfallpunkte hat Ihre IT?
Wir nehmen die Abhängigkeiten Ihrer Standorte und Systeme auf und sagen Ihnen, wo eine einzelne Störung heute den Betrieb anhalten würde – und was sich davon mit vertretbarem Aufwand absichern lässt.
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