Leistung

Systemmigration ohne Stillstand

Ein Serverwechsel, das Ende des Supports, ein Umzug in die Cloud: Migrationen sind die Projekte, bei denen am meisten schiefgehen kann – und die man genau einmal richtig machen sollte. Wir haben über 1.200 davon durchgeführt, vom einzelnen Server bis zur Umstellung mehrerer Standorte.

Über 1.200 Migrationen Parallelbetrieb statt Stichtag Rückweg immer vorbereitet

Umfang

Was wir migrieren

Die häufigsten Vorhaben – einzeln oder als Teil eines größeren Umbaus.

Windows Server

Von einer älteren Version auf eine aktuelle, von physischer auf virtuelle Hardware oder in ein Rechenzentrum. Dazu gehören Active Directory, Dateidienste, Druckdienste und die Fachanwendungen, die darauf laufen.

  • Active Directory und Berechtigungen
  • Datei- und Druckdienste
  • Fachanwendungen mit ihren Datenbanken

Exchange Server

Seit dem 14. Oktober 2025 erhalten Exchange Server 2016 und 2019 keine Sicherheitsupdates mehr. Drei Wege stehen offen: nach Microsoft 365, auf die Exchange Server Subscription Edition oder in einen hybriden Betrieb.

  • Postfächer, Kalender, öffentliche Ordner
  • Verteiler und Berechtigungen
  • Regeln und Weiterleitungen

Lokal in die Cloud

Dateiablage nach SharePoint, Postfächer nach Exchange Online, Server nach Azure. Nicht alles auf einmal, sondern in der Reihenfolge, die den Betrieb am wenigsten stört.

  • Microsoft 365 und Azure
  • Dateiablage mit Berechtigungen
  • Schrittweise statt Stichtag

Hybride Umgebungen

Ein Teil bleibt im Haus, ein Teil geht in die Cloud – oft die richtige Antwort, wenn eine Fachanwendung nicht in die Cloud kann oder Daten das Gebäude nicht verlassen sollen.

  • Verzeichnisabgleich und Anmeldung
  • Hybride Exchange-Anbindung
  • Zugriff von beiden Seiten

Datenbanken und Fachanwendungen

Warenwirtschaft, Buchhaltung, Branchensoftware. Der schwierigste Teil ist selten die Datenbank selbst, sondern die Abstimmung mit dem Hersteller und die Frage, was mit Schnittstellen geschieht.

  • SQL Server und andere Datenbanken
  • Abstimmung mit dem Hersteller
  • Schnittstellen mitgedacht

Umzug und Rechenzentrum

Standortwechsel, Zusammenlegung nach einer Übernahme oder der Weg vom eigenen Serverraum in ein Rechenzentrum. Hier zählt vor allem die Planung des Umschalttags.

  • Standortzusammenlegung
  • Vom Serverraum ins Rechenzentrum
  • Leitungen und Rückfallebene

Vorgehen

Wie eine Migration bei uns abläuft

Der Grundsatz ist immer derselbe: Das Neue läuft, bevor das Alte abgeschaltet wird. Ein Stichtag ohne Rückweg ist der häufigste Grund, warum Migrationen scheitern.

  1. Bestandsaufnahme

    Was läuft wo, was hängt woran, welche Schnittstellen gibt es, welche Lizenzen und Verträge sind betroffen. Der Aufwand hier entscheidet über den Verlauf des ganzen Projekts – Überraschungen tauchen fast immer in diesem Schritt auf oder gar nicht mehr rechtzeitig.

  2. Zielbild und Reihenfolge

    Was wandert wohin, in welcher Reihenfolge, und was bleibt bewusst, wo es ist. Dazu die unbequeme Frage: Was passiert, wenn ein Schritt scheitert? Der Rückweg wird vorher festgelegt, nicht improvisiert.

  3. Testlauf

    Die Migration wird an einem kleinen Ausschnitt geprobt – ein Postfach, ein Ordner, eine Datenbank. Dabei zeigt sich, was die Bestandsaufnahme übersehen hat, und zwar folgenlos.

  4. Pilotgruppe

    Fünf bis zehn Personen arbeiten eine Woche produktiv im neuen System, bewusst aus verschiedenen Abteilungen. Was im Alltag stört, merken sie – nicht wir.

  5. Umstellung im Parallelbetrieb

    Das alte System bleibt erreichbar, während das neue übernimmt. Bei Postfächern und Dateien heißt das: Beides ist eine Zeitlang verfügbar, und niemand steht ohne Zugriff da.

  6. Nachlauf und Abbau

    Zwei bis vier Wochen nach der Umstellung wird nachgearbeitet, was im Alltag auffällt. Erst danach wird das alte System abgeschaltet – und auch dann bleibt es zunächst nur ausgeschaltet, nicht gelöscht.

Aus der Praxis

Woran Migrationen tatsächlich scheitern

Nach über 1.200 Projekten sind es immer wieder dieselben sechs Punkte – und selten die Technik.

  • Die Bestandsaufnahme war zu dünn. Eine Schnittstelle, an die niemand gedacht hat. Ein Gerät, das über einen alten Anmeldeweg funktioniert. Ein Skript, das seit Jahren nachts läuft und dem niemand einen Namen geben kann.
  • Der Hersteller der Fachanwendung wurde nicht gefragt. Manche Anwendungen sind für den Betrieb in der Cloud nicht freigegeben oder verlangen eine bestimmte Version. Das klärt man vor dem Projekt, nicht danach.
  • Es gab keinen Rückweg. Wenn das alte System am Umstellungstag abgeschaltet wird, ist jeder Fehler ein Notfall. Bleibt es stehen, ist er ein Ärgernis.
  • Berechtigungen wurden mitgeschleppt statt geprüft. Eine Migration ist die beste Gelegenheit, gewachsene Zugriffsrechte aufzuräumen. Wer sie eins zu eins überträgt, nimmt das Durcheinander ins neue System mit.
  • Niemand hat mit den Anwendern gesprochen. Was sich für die tägliche Arbeit ändert, muss vorher gesagt werden – sonst entsteht am ersten Tag der Eindruck, es sei etwas kaputt.
  • Der Termin lag ungünstig. Nicht vor dem Jahresabschluss, nicht in der Hochsaison, nicht an einem Freitag. Wenn nachzuarbeiten ist, muss am nächsten Tag jemand da sein.

Häufige Fragen

Was uns dazu oft gefragt wird

Wie lange steht der Betrieb still?

In aller Regel gar nicht. Weil wir im Parallelbetrieb umstellen, läuft das alte System weiter, während das neue übernimmt. Was es gibt, sind kurze Fenster für einzelne Schritte – etwa die Umstellung des Mailflusses, meist außerhalb der Geschäftszeiten und im Bereich von Minuten.

Anders liegt es beim physischen Umzug von Hardware. Dort planen wir ein Wochenende und halten für den Notfall eine Rückfallebene bereit.

Wir haben Exchange 2016 im Haus. Was jetzt?

Seit dem 14. Oktober 2025 gibt es dafür keine Sicherheitsupdates mehr. Ein Exchange Server ohne Updates ist aus dem Internet erreichbar und damit ein bevorzugtes Ziel – das ist kein theoretisches Risiko.

Drei Wege stehen offen: die Postfächer nach Microsoft 365 verlagern, auf die Exchange Server Subscription Edition wechseln oder hybrid fahren. Welcher passt, hängt davon ab, ob Geräte und Anwendungen im Haus noch über den Exchange versenden und ob die Daten das Gebäude verlassen dürfen. Das klären wir in der Bestandsaufnahme.

Können wir schrittweise migrieren oder muss alles auf einmal?

Schrittweise ist fast immer der bessere Weg, und bei Postfächern und Dateien ist er technisch vorgesehen. Ein Teil der Anwender arbeitet bereits im neuen System, während der Rest noch im alten ist – beide sehen sich gegenseitig.

Bei Datenbanken und Fachanwendungen geht das seltener; dort gibt es meist einen echten Umschaltpunkt. Genau deshalb wird er geprobt.

Was passiert mit den alten Daten?

Sie bleiben zunächst, wo sie sind. Das alte System wird nach der Umstellung abgeschaltet, aber nicht sofort gelöscht – üblicherweise für mehrere Wochen, oft länger, wenn Aufbewahrungsfristen zu beachten sind.

Vor jeder Migration steht außerdem eine vollständige Sicherung, deren Wiederherstellung wir vorher testen. Eine Sicherung, auf die man sich im Ernstfall nicht verlassen kann, ist bei einem Migrationsprojekt besonders teuer.

Was kostet eine Migration?

Das hängt an der Zahl der Postfächer beziehungsweise Arbeitsplätze, der Zahl und dem Zustand der Server, den betroffenen Fachanwendungen und daran, wie gut die vorhandene Umgebung dokumentiert ist. Der letzte Punkt macht regelmäßig den größten Unterschied.

Wir nennen einen Festpreis für die Bestandsaufnahme und danach eine belastbare Schätzung für die Umsetzung. Nach der Bestandsaufnahme können Sie ohne Verpflichtung aussteigen und das Ergebnis mitnehmen.

Übernehmen Sie auch eine Migration, die jemand anders begonnen hat?

Ja, und das kommt häufiger vor, als man denkt – meist dann, wenn ein Projekt in einem Zwischenzustand stehengeblieben ist: halb in der Cloud, halb im Haus, und niemand traut sich weiter.

Wir beginnen dann trotzdem mit einer Bestandsaufnahme. Einen Zwischenzustand zu übernehmen, ohne ihn verstanden zu haben, geht regelmäßig schief.

Kostenlose Bestandsaufnahme

Bevor migriert wird, wird gezählt.

Wir erfassen Server, Anwendungen, Schnittstellen und Abhängigkeiten und sagen Ihnen, welcher Weg für Ihren Betrieb der richtige ist – auch dann, wenn das Ergebnis lautet, dass Sie vorerst nichts ändern sollten.

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