KI-Agenten & MCP-Server

Agenten, die Vorgänge bearbeiten – mit Protokoll und menschlicher Freigabe

Ein Chat beantwortet Fragen. Ein Agent erledigt Vorgänge: Er liest eine Anfrage, schlägt in Ihrer Warenwirtschaft nach, bereitet den Entwurf vor und legt ihn einem Menschen zur Freigabe vor. Der Unterschied zwischen beidem ist kein Modell, sondern eine Architektur.

Freigabe bei jedem Schreibvorgang Vollständiges Protokoll Eigenes Konto je Agent Notaus mit benannter Person

Der Aufbau

Der MCP-Server ist die einzige Stelle, an der die KI Ihre Systeme erreicht

MCP steht für Model Context Protocol – eine offene Beschreibung dafür, wie ein KI-Modell Werkzeuge und Datenquellen aufruft. Praktisch ist es ein Dienst auf Ihrem Server, der der KI genau die Aufrufe anbietet, die Sie freigegeben haben: „offene Posten eines Kunden lesen“, „Angebotsentwurf anlegen“. Nicht mehr.

Weil alles durch diese eine Stelle läuft, gibt es genau eine Stelle, an der Rechte gesetzt, Freigaben erzwungen und Aufrufe protokolliert werden. Wer stattdessen jede Anwendung einzeln anbindet, verteilt diese drei Dinge über das ganze Haus – und findet hinterher nicht mehr, wo etwas ausgelöst wurde.

Der zweite Vorteil ist Unabhängigkeit: Dieselben Werkzeuge lassen sich mit verschiedenen Modellen benutzen. Wechselt das Modell, bleibt die Anbindung.

Illustration: links ein KI-Agent, in der Mitte ein MCP-Server mit Rechten je Rolle, Freigabe beim Schreiben und Protokoll, rechts die angebundenen Systeme ERP, Dateiablage und Postfach; schreibende Vorgänge laufen über eine Freigabe durch einen Menschen.
Lesen ist frei, Schreiben braucht eine Freigabe. Was nicht freigegeben ist, existiert für die KI nicht.

Einsatzgebiete

Wofür sich ein Agent rechnet

Die Frage ist nie die Zahl der Beschäftigten, sondern die Zahl der Wiederholungen. Ein Ablauf, der täglich zwanzigmal vorkommt, trägt die Einrichtung. Zweimal im Monat trägt sie nicht.

Angebote vorbereiten

Anfrage lesen, Artikel und Preise aus der Warenwirtschaft holen, Angebot als Entwurf anlegen. Unterschrieben wird von einem Menschen – der Agent spart das Zusammensuchen, nicht die Entscheidung.

Eingangspost sortieren

Rechnungen, Bewerbungen, Reklamationen, Werbung: klassifizieren, zuordnen, weiterleiten. Unsichere Fälle landen in einer Prüfliste statt im falschen Postfach.

Stammdaten pflegen

Dubletten finden, Adressen abgleichen, fehlende Felder vorschlagen. Geändert wird nach Bestätigung – bei Stammdaten ist ein falscher Automatismus teurer als die Handarbeit.

Erste Stufe im Ticket

Auftrag aufnehmen, Rückfrage stellen, Standardfälle abschließen, alles andere eskalieren – mit dem bisherigen Verlauf, damit der Kollege nicht von vorn anfängt.

Berichte zusammenstellen

Zahlen aus mehreren Systemen zum monatlichen Bericht, immer im gleichen Aufbau, immer zum gleichen Termin. Der Aufwand liegt sonst genau dort, wo niemand ihn sehen will.

Prüfungen vorbereiten

Unterlagen für Betriebsprüfung oder Zertifizierung zusammensuchen und auf Vollständigkeit prüfen. Was fehlt, steht auf einer Liste, statt am Prüfungstag aufzufallen.

Unsere Bauregeln

Sechs Regeln, nach denen wir Agenten bauen

Diese Regeln stehen hier, weil sie den Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem Risiko ausmachen. Sie sind nicht verhandelbar – auch dann nicht, wenn ein Kunde es eilig hat.

  • Lesen ist frei, Schreiben braucht Freigabe. Alles, was Geld bewegt, Verträge berührt oder nach außen geht, läuft über einen Menschen.
  • Eigenes Konto je Agent. Kein Agent arbeitet unter einem Administratorkonto und keiner unter dem Konto einer Person.
  • Rechte so eng wie möglich. Freigegeben wird, was die Aufgabe braucht – nicht, was bequem ist.
  • Jeder Aufruf im Protokoll. Wer, wann, welches Werkzeug, welches Ergebnis: auswertbar, nicht nur vorhanden.
  • Ein Notaus. Ein Schalter, der den Agenten sofort stilllegt, und eine benannte Person, die ihn bedienen darf.
  • Abnahme an einer Messgröße. Vorher vereinbart, hinterher nachgerechnet.

Was wir nicht bauen
Agenten, die selbständig Zahlungen auslösen. Agenten, die Personalentscheidungen vorbereiten oder Menschen bewerten – das fällt in den Hochrisiko-Bereich der KI-Verordnung und gehört nicht in ein Automatisierungsprojekt. Agenten mit Administratorrechten „für den Notfall“. Und Ketten aus mehreren Agenten, bevor ein einzelner nachweislich läuft.

Warum wir von Multi-Agenten-Systemen als Einstieg abraten

Mehrere Agenten, die einander zuarbeiten, sind derzeit das meistbeworbene Angebot am Markt. Der Haken ist arithmetisch: Fehler summieren sich über jede Stufe, und wenn fünf Agenten beteiligt sind, lässt sich ein falsches Ergebnis kaum noch einer Stelle zuordnen. Ein einzelner Vorgang, sauber gemessen, bringt mehr – und die Architektur bleibt offen: Wenn der erste trägt, kommt der zweite.

Ablauf

Ein Vorgang, sechs Wochen, eine Zahl

Ein Agentenprojekt beginnt nicht mit der Technik, sondern mit der Frage, wie der Ablauf heute wirklich läuft – einschließlich der Ausnahmen, die niemand aufgeschrieben hat.

  1. Vorgang beschreiben

    Wir gehen den Ablauf mit den Leuten durch, die ihn machen. Dabei kommen die Sonderfälle zum Vorschein, die später über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

  2. Werkzeuge festlegen

    Welche Aufrufe braucht der Agent, welche davon lesen, welche schreiben? Daraus entsteht der MCP-Server – und zugleich die Liste dessen, was der Agent nicht kann.

  3. Im Trockenlauf prüfen

    Der Agent bearbeitet echte Vorgänge, schreibt aber nichts: Jeder Schritt wird vorgelegt und bewertet. So entsteht die Messgröße, ohne dass etwas passieren kann.

  4. In Betrieb nehmen

    Freigaben scharf schalten, Protokoll auswerten, Grenzfälle nachziehen. Danach wird entschieden, ob ein zweiter Vorgang folgt.

Häufige Fragen

Fragen zu KI-Agenten und MCP

Was ist ein MCP-Server genau?

MCP steht für Model Context Protocol – eine offene Beschreibung dafür, wie ein KI-Modell Werkzeuge und Datenquellen aufruft. Praktisch ist es ein Dienst, der auf Ihrem Server läuft und der KI genau die Aufrufe anbietet, die Sie freigegeben haben, etwa „offene Posten eines Kunden lesen“ oder „Angebotsentwurf anlegen“. Der Vorteil gegenüber einer Einzelanbindung: dieselben Werkzeuge lassen sich mit verschiedenen Modellen benutzen, und es gibt nur eine Stelle für Rechte und Protokoll.

Brauchen wir gleich mehrere Agenten?

Nein, und wir raten davon ab. Ein Vorgang, sauber gemessen, bringt mehr als fünf Agenten, die einander zuarbeiten und deren Fehler sich niemand mehr zuordnen kann. Die Architektur bleibt offen – wenn der erste trägt, kommt der zweite.

Was, wenn der Agent einen Fehler macht?

Er wird Fehler machen. Deshalb hat jeder schreibende Schritt eine Freigabe und jeder Aufruf ein Protokoll. Im Zweifel lässt sich jeder Vorgang zurückverfolgen und rückgängig machen. Ein Agent ohne diese beiden Eigenschaften ist kein Produkt, sondern ein Risiko.

Funktioniert das mit unserer Branchensoftware?

Wenn sie eine Schnittstelle oder eine zugängliche Datenbank hat, in der Regel ja. Ob und wie gut, klären wir im Erstgespräch – dafür sehen wir uns die Anwendung an, statt es zuzusagen. Wo ein Hersteller keine Schnittstelle vorsieht, sagen wir das, statt einen Umweg zu bauen, der beim nächsten Update bricht.

Läuft der Agent bei uns oder in der Cloud?

Beides ist möglich. Der MCP-Server läuft in aller Regel bei Ihnen, weil er die Verbindung zu Ihren Systemen hält. Das Modell kann daneben auf demselben Server laufen oder bei einem Anbieter – das entscheidet, wie vertraulich die verarbeiteten Inhalte sind. Wir sagen vorher, welche Daten wohin gehen.

Ersetzt ein Agent eine Stelle?

In der Praxis verschiebt er Arbeit, statt sie zu ersetzen: weg vom Zusammensuchen, hin zum Prüfen und Entscheiden. Wer einen Agenten mit dem Ziel einführt, eine Stelle einzusparen, misst in der Regel am Ende das Falsche – und bekommt außerdem im Haus keine Unterstützung dafür.

Kostenloses Erstgespräch

Nennen Sie uns den Ablauf, der am meisten Zeit kostet

Wir sehen ihn uns an und sagen Ihnen, ob ein Agent ihn übernehmen kann, wo die Freigaben liegen müssten und was der Trockenlauf kostet. Wenn sich der Aufwand nicht rechnet, sagen wir auch das.

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